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Information zu Blut-, Blutbildung und Knochenmark für Patienten und Angehörige


Blutzellen entstehen im Knochenmark

Im Blut zirkulieren viele Milliarden von reifen Blutzellen, die sich auf verschiedene lebensnotwendige Aufgaben spezialisiert haben. Ohne sie wäre der Organismus nicht lebensfähig. Zu den reifen Blutzellen gehören die roten Blutkörperchen (Erythrozyten), die dem Blut seine charakteristische Farbe geben. Sie transportieren den Sauerstoff von der Lunge zu den Organen. Die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) sind für die Abwehr von Bakterien und anderen Eindringlingen zuständig. Ohne sie wäre der Körper schutzlos tödlichen Infektionen ausgeliefert.
Schließlich gibt es die Blutplättchen (Thrombozyten), die bei der Blutgerinnung eine sehr wichtige Rolle spielen. Ohne sie würde man bei kleinsten Verletzungen verbluten. Alle reifen Blutzellen sind nur für eine begrenzte Zeit funktionstüchtig und müssen dann durch neue ersetzt werden. Die neuen Blutzellen werden ständig im Knochenmark nachgebildet. Unter normalen Umständen produziert das Knochenmark soviel neue Zellen wie alte verbraucht werden. Täglich sind das über 200 Milliarden an neuen roten Blutkörperchen, über 100 Milliarden an neuen weißen Blutkörperchen sowie über 100 Milliarden an neuen Blutplättchen. Wird die Blutbildung beispielsweise durch eine starke Chemotherapie plötzlich unterbrochen, dann verbraucht der Körper seine Reserven an weißen Blutkörperchen und Blutplättchen innerhalb einer Woche.
Die wichtigsten und auch die widerstandsfähigsten Zellen der Blutbildung sind die sogenannten hämatopoetischen Stammzellen. Aus ihnen kann sich die Blutbildung auch nach einer Chemotherapie wieder regenerieren. Bei den blutbildenden Stammzellen handelt es sich um sogenannte adulte Stammzellen. Sie sind von den ethisch kontrovers diskutierten embryonalen Stammzellen zu unterscheiden. Bei der etablierten Stammzellentransplantation, die wir auf den folgenden Seiten vorstellen, werden grudsätzlich keine embryonalen Stammzellen verwendet.

Knochenmarktransplantation ist die Übertragung der Blutbildung

Die Blutbildung und die reifen Blutzellen können zusammen als ein Organ betrachtet werden, welches sich im Knochenmark ständig erneuert und im Blut seinen lebenswichtigen Aufgaben nachkommt. Durch die Transplantation von Knochenmark von einem Organismus auf einen anderen wird auch die Blutbildung übertragen. Wichtig ist dabei die Übertragung von hämatopoetischen Stammzellen, aus denen sich eine neue Blutbildung dauerhaft regenerieren kann.

Mögliche Spender bei einer Stammzell- / Knochenmark-Transplantation

Jede dieser KMT-Arten hat ihre eigenen Vor- und Nachteile. Der größte Nachteil der allogenen Geschwister-KMT ist die begrenzte Verfügbarkeit eines passenden Geschwisters. Ein weiterer Nachteil ist die mögliche Immunreaktion der übertragenen Immunzellen im Transplantat gegen Organe des Empfängers, welche als »Graft-versus-Host-Disease (=GvHD)« bezeichnet wird.
Eine KMT von einem nicht gewebeverträglichen Geschwister ist wegen zu starker »GvHD« nur in Ausnahmefällen und nur unter besonderen Vorkehrungen durchgeführt. Ein Vorteil der allogenen KMT ist, daß man nicht befürchten muß, daß sich Tumorzellen im Transplantat befinden. Vorteilhaft ist auch eine mögliche Wirkung des allogenen Immunsystems gegen restliche Tumorzellen im Patienten. (»Graft-versus-Leukämie (= GvL)-Effekt«). Bei der Fremdspender-KMT sind sowohl die vorteilhaften als auch die nachteiligen Wirkungen des vom Spender
mitübertragenen Immunsystems ausgeprägter als bei der allogenen Geschwister-KMT. In den letzten Jahren wurden wichtige Fortschritte erzielt, um die Fremdspendertransplantation beherrschbarer und bedeutsamer zu machen. Die Ziele der typisierten Freiwilligen konnte auf über 8 Millionen weltweit und 2 Millionen in Deutschland gesteigert werden. Durch die größere Auswahl an freiwilligen Spendern und technische Verfeinerungen bei der Untersuchung der Gewebsverträglichkeit kann für 70% – 80% der Patienten schneller ein passenderer Spender gefunden werden. Seit dem Jahr 2001 werden in Deutschland erstmals mehr Fremdspender- als Geschwistertransplantationen
durchgeführt.
Die autologe KMT hat den großen Vorteil, daß der Patient sein eigener Knochenmark- oder Blutzellspender ist und somit nicht erst ein anderer passender Spender gefunden werden muß. Ein weiterer Vorteil ist die fehlende »GvHD«, wodurch die autologe KMT weniger riskant ist als eine allogene oder gar Fremdspender-KMT. Nachteilig ist die mögliche Verunreinigung des autologen Transplantates mit restlichen Tumorzellen und die weniger ausgeprägte Wirkung des eigenen Immunsystems gegen restliche Tumorzellen im Körper des Patienten.

Allogene, Fremdspender-, autologe Transplantation

Jede dieser Transplantations-Arten hat ihre eigenen Vor- und Nachteile. Der größte Nachteil der allogenen Geschwister-Transplantation ist die begrenzte Verfügbarkeit eines passenden Geschwisters. Ein weiterer Nachteil ist die mögliche Immunreaktion der übertragenen Immunzellen im Transplantat gegen Organe des Empfängers, welche als »Graft-versus-Host-Disease (=GvHD)« bezeichnet wird.
Eine Transplantation von einem nicht gewebeverträglichen Geschwister ist wegen zu starker »GvHD« nur in Ausnahmefällen und nur unter besonderen Vorkehrungen durchgeführt. Ein Vorteil der allogenen Transplantation ist, daß man nicht befürchten muß, daß sich Tumorzellen im Transplantat befinden. Vorteilhaft ist auch eine mögliche Wirkung des allogenen Immunsystems gegen restliche Tumorzellen im Patienten. (»Graft-versus-Leukämie (= GvL)-Effekt«).
Bei der Fremdspender-Transplantation sind sowohl die vorteilhaften als auch die nachteiligen Wirkungen des vom Spender mitübertragenen Immunsystems ausgeprägter als bei der allogenen Geschwister-Transplantation. In den letzten Jahren wurden wichtige Fortschritte erzielt, um die Fremdspendertransplantation beherrschbarer und bedeutsamer zu machen. Die Ziele der typisierten Freiwilligen konnte auf über 8 Millionen weltweit und 2 Millionen in Deutschland gesteigert werden. Durch die größere Auswahl an freiwilligen Spendern und technische Verfeinerungen bei der Untersuchung der Gewebsverträglichkeit kann für 70% – 80% der Patienten schneller ein passenderer Spender gefunden werden. Seit dem Jahr 2001 werden in Deutschland erstmals mehr Fremdspender- als Geschwistertransplantationen durchgeführt.
Die autologe Transplantation hat den großen Vorteil, daß der Patient sein eigener Knochenmark- oder Blutstammzellspender ist und somit nicht erst ein anderer passender Spender gefunden werden muß. Ein weiterer Vorteil ist die fehlende »GvHD«, wodurch die autologe Transplantation weniger riskant ist als eine allogene Geschwister- oder Fremdspender-Transplantation. Nachteilig ist die mögliche Verunreinigung des autologen Transplantates mit restlichen Tumorzellen und die weniger ausgeprägte Wirkung des eigenen Immunsystems gegen restliche Tumorzellen im Körper des Patienten.

Welchen Patienten hilft eine Transplantation?

Eine KMT kommt zum einen in Betracht, wenn die Blutbildung eines Patienten durch angeborene oder erworbene Defekte nicht in der Lage ist, ausreichend reife Blutzellen zu bilden und dadurch das Leben des Patienten gefährdet ist.
Ein Beispiel für angeborene Erkrankungen ist die Thalassämie, ein Beispiel für erworbene Erkrankungen die schwere Aplastische Anämie. Bei diesen Erkrankungen wird die kranke Blutbildung des Patienten durch die gesunde Blutbildung des Spenders ersetzt. Eine autologe KMT kommt bei diesen Erkrankungen bislang nicht in Betracht. In Zukunft wird es möglicherweise durch Gentherapie gelingen, Defekte der Blutbildung zu korrigieren und die weniger riskante autologe KMT bei solchen Erkrankungen einzusetzen.
Eine größere Patientengruppe, bei der die KMT zu einem immer wichtigeren Bestandteil eines umfassenden Behandlungsplans wird, sind Patienten mit bösartigen Erkrankungen. Bei diesen Patienten besteht das Ziel nicht einfach darin, eine defekte Blutbildung zu ersetzen. Vielmehr gestattet die KMT, höherdosierte und wirkungsvollere Tumortherapien einzusetzen, ohne Rücksicht auf die begrenzte Regenerationsfähigkeit der Blutbildung im Patienten nehmen zu müssen. Die KMT erlaubt somit, eine Nebenwirkungsbarriere zu durchbrechen.
Eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg einer KMT in der Tumortherapie ist das Ansprechen des Tumors auf Chemotherapie oder auf Bestrahlung. Dies ist bei Leukämien und Lymphomen (bösartige Tumoren der Lymphknoten) sehr häufig der Fall. Auch bei Tumoren bei Kindern, bei Hodentumoren und möglicherweise auch bei Brustkrebs sind Erfolge zu erwarten. Die Therapie der akuten Leukämie mit Knochenmarktransplantation wird auf den folgenden Seiten beispielhaft erläutert.

 

 
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